{"id":1488,"date":"2017-08-10T21:54:16","date_gmt":"2017-08-10T19:54:16","guid":{"rendered":"https:\/\/mirjam-benny.de\/?p=1488"},"modified":"2017-08-10T21:54:16","modified_gmt":"2017-08-10T19:54:16","slug":"03-08-17-roskillys-farm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mirjam-benny.de\/?p=1488","title":{"rendered":"03.08.17 &#8211; Roskilly&#8217;s Farm"},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten ja schon bef\u00fcrchtet, dass die benachbarten Ziegen oder H\u00fchner uns in aller Fr\u00fch wecken w\u00fcrden, aber sie waren sehr leise und so konnten wir bis halb neun Uhr schlafen. Gestern hatten wir gesehen, dass auf der Farm auch Fr\u00fchst\u00fcck angeboten wurde, also nahmen wir das Angebot dankend an, mussten dann aber noch bis um 10 Uhr Zeit totschlagen, denn vorher machten sie nicht auf. Nicht so schlimm, es war ja schon fast halb 10. Wir schauten uns noch mal die Melkstation an (die war jetzt leer, aber ein Traktor fuhr immer wieder rein und raus und somit gab es f\u00fcr Clara einiges zu beobachten). Auch die Katze von gestern Abend trafen wir wieder. Dann endlich, English Breakfast! Mit div. W\u00fcrsten und Bacon, baked beans, Spiegeleiern, Bratkartoffeln, gegrillten Pilzen und Tomaten sowie Toast mit Marmelade war das ziemlich reichhaltig und lecker. Auch das Fleisch kam \u00fcbrigens von der Farm. Clara hatte ein Croissant und Marmelade, a\u00df aber haupts\u00e4chlich alles andere. Ach ja und ein Glas Milch \u2013 seit diesem Urlaub f\u00e4hrt sie total auf das wei\u00dfe Zeugs ab. Dann so langsam ging es ans Aufbrechen. Wir packten alles zusammen, denn es war schon wieder Mittagsschlafenszeit. Dann allerdings der Schock \u2013 Johnny gab nicht mehr als ein leises R\u00f6cheln von sich. Und beim zweiten Startversuch war noch nicht mal mehr das zu h\u00f6ren. Das konnte doch nicht wahr sein, die Batterie war leer. Und ausgerechnet an einem Starterkabel hatten wir gespart und keins dabei. Na ja, wir waren ja mitten auf einem vielbesuchten Parkplatz, da w\u00fcrde doch wohl jemand eines haben. Benny fing an Leute zu fragen, aber mehr als die Information, dass es auf Englisch &#8222;jumping lead&#8220; hie\u00df und keiner eins dabei hatte, bekam er nicht. Angeblich sind die Autos in England so zuverl\u00e4ssig, dass man keines mehr braucht. (Starthilfe hei\u00dft hier einfach &#8222;Push&#8220; \u2013 interessant, das kommt wohl daher, dass man fr\u00fcher die Autos noch anschieben konnte\/musste um sie wiederzubeleben).<\/p>\n<p class=\"western\">Also noch mal in den Shop der Farm gedackelt, die kannten uns ja mittlerweile von unserem Polizeikontakt gestern. Versch\u00e4mt berichtete Benny, dass unser Van einen in England so genannten &#8222;Push&#8220; braucht. Die Dame war klasse, sie sagte sofort: &#8222;Ok, I will find someone for you.&#8220; (Sie findet jemanden f\u00fcr uns). Benny erkl\u00e4rte ihr, dass es auch ausreichend w\u00e4re, wenn wir ein \u00dcberbr\u00fcckungskabel bek\u00e4men. Die meisten Leute w\u00fcrden uns helfen, haben aber halt kein Kabel dabei. Sie gab ihr ok, dass sie es verstanden hatte und war dann verschwunden. Die Zeit verging, etwa nach 10 min kam sie wieder und sagte: &#8222;I&#8217;m still trying&#8220;, was so viel bedeutete, dass sie bisher noch nichts erreichen konnte. Ja ist denn auf einer Farm nich mal der Saft im Traktor alle? Herrje, das kann ja heiter werden. Nach einer Weile fragte Benny mal nach und sie antwortete, dass sie jemanden angerufen hat, der eines vorbei bringt, er solle so in 10 min mal wieder fragen. Ok, Benny ging wieder zu seinen M\u00e4dels. Zugegebenerma\u00dfen ziemlich genervt, es war schon fast eine Stunde rum und noch keine Besserung in Sicht. Clara musste doch ins Bett und wir wollten, dass sie auf dem Weg zur Polizeistation schl\u00e4ft. Nach den 10 min ging er mal wieder zu der Dame und fragte, ob schon jemand gekommen sei. Sie verneinte, rief aber dann denjenigen an, wo er denn sei. Sie sagte Benny, er w\u00fcrde runter zum Parkplatz kommen. Zwischen diesem ganzen hin und her fragten Miri als auch Benny immer wieder Leute auf dem Parkplatz nach einem schei\u00df Kabel. Niemand hatte eines dabei. Zudem musste Miri Clara noch die ganze Zeit bespa\u00dfen und Tiere anschauen \u2013 gl\u00fccklicherweise waren wir nicht an einem komplett &#8222;toten&#8220; Ort. Es war f\u00fcr Clara schon was geboten.<\/p>\n<p class=\"western\">Irgendwann, Clara war mittlerweile nat\u00fcrlich auch schon richtig m\u00fcde, beschlossen wir dann, den ADAC anzurufen. Wozu ist man schlie\u00dflich Mitglied? Der versprach, nachdem Mirjam ihm umst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt hatte, wo Cornwall liegt (das hatte der Typ noch nie geh\u00f6rt), dass &#8222;sp\u00e4testens in zwei Stunden&#8220; jemand da sein sollte. Prima, eigentlich wollten wir heute noch den Besuch auf der Polizeistation hinter uns bringen und anschlie\u00dfend noch was unternehmen. Das konnten wir jetzt vergessen. Hoffentlich kamen wir hier \u00fcberhaupt noch mal weg.<\/p>\n<p class=\"western\">Irgendwann kam Benny noch mit jemandem aufm Parkplatz ins Gespr\u00e4ch \u2013 das war ein Mann, den wir als er gekommen ist baten sein Auto nicht neben uns zu stellen weil wir sonst von links und rechts eingeparkt waren und somit niemand mehr an die Batterie fahren konnte. Er und Benny verloren sich in einem l\u00e4ngeren Smalltalk u.a. erz\u00e4hlte er, dass er seine Reifen mal aufpumpen wollte und damals sogar die Ersatzpumpe versagte so dass er sich bei einem Kumpel eine ausleihen musste. Er wollte wohl tr\u00f6sten. Mittlerweile war Clara in ihrem Autositz eingeschlafen, da fuhr pl\u00f6tzlich ein Auto neben Johnny, wo ein Mann ausstieg und fragte: &#8222;Are you the man with the campervan?&#8220; (Bist du der mitm Campervan?). Benny bejahte sofort, unterbrach sein nettes Gespr\u00e4ch und sprintete zum Camper. Batterien verklemmt, gab der Typ von der Farm in seinem &#8222;kleinen&#8220; Auto ziemlich Gas, und Johnny brauchte insgesamt drei r\u00f6chelnde Anl\u00e4ufe, um wieder anzuspringen. ENDLICH konnten wir hier verschwinden \u2013 Benny bedankte sich bei dem Herrn und sagte ihm er h\u00e4tte gerade seinen Tag gerettet.<\/p>\n<p class=\"western\">Das ganze hatte uns zwei Stunden gekostet&#8230;So ein Mist! Das warf alles durcheinander. Es war jetzt ca. viertel vor zwei und w\u00fcrden wir jetzt zur Polizeistation fahren, w\u00e4re der Tag gehalten (Fahrzeit ca. 40 min). Und die Sonne verw\u00f6hnte uns doch heute so sehr mit ihren Strahlen. Wir lernten das gute Wetter sch\u00e4tzen und es war extrem frustrierend jetzt zur Wache zu fahren. Im Grunde mussten wir ja auch nicht HEUTE dorthin, und so beschlossen wir, den Besuch auf der Wache vorerst zu canceln und fuhren zum Saint Michael&#8217;s Mount, einer kleinen Insel, die bei Ebbe zu Fu\u00df erreichbar ist und von einer Burg mit einem subtropischen Garten gekr\u00f6nt wird (\u00e4hnlich Saint Malo). Das Schloss geh\u00f6rt dem National Trust, aber die Parkpl\u00e4tze nicht, so dass wir 8 Pfund l\u00f6hnen mussten \u2013 das teuerste Parkticket bisher (Update: Das blieb es auch). Dann noch einen sich ziemlich ziehenden Fu\u00dfmarsch durch das St\u00e4dtchen, denn es war gerade Flut und wir mussten mit dem Boot r\u00fcber. Noch mal 5 Pfund f\u00fcr uns drei und dann waren wir nach kurzer Fahrt (Clara war nicht so begeistert und klammerte sich die ganze Zeit an Mama und wollte nichts sehen und h\u00f6ren) auf der Insel. Zugegebenerma\u00dfen ziemlich frustriert weil unsere ganze Zeitplanung hin\u00fcber war und es jetzt schon gegen halb vier war, als wir erfuhren, dass Garten und Schloss um halb sechs zu machen und letzter Einlass eine dreiviertel Stunde fr\u00fcher sei. Es war einfach nicht unser Tag heute. Die Frustration wollte einfach nicht weg. Es war dann n\u00e4mlich so, dass wir nur eines davon machen konnten und aber auf beides Lust hatten. Wir wurden noch vor dem extrem steilen und anstrengenden Aufstieg gewarnt. Nichtsdestotrotz interessierte uns das Schloss mehr als der Garten und nachdem wir noch einen Cream Tea als Wegzehrung gekauft hatten ging es hoch. Clara blieb bis oben in der Trage sitzen und wir waren zwar kaputt, aber so schlimm wie angek\u00fcndigt war es dann doch nicht (vllt. 10 min bis wir oben waren).<\/p>\n<p class=\"western\">Im Schloss selbst wurde man gut gef\u00fchrt durch die verschiedenen R\u00e4ume, aber wir waren haupts\u00e4chlich damit besch\u00e4ftigt, Clara daran zu hindern irgendwas zu machen was sie dort nicht sollte, so dass wir nicht viel mitbekamen. Am Rande h\u00f6rten wir, dass wir gerade neben einem \u00fcber 400 Jahre alten Tisch standen. Das war beeindruckend aber nicht wirklich spektakul\u00e4r. Dann gab es noch einen gro\u00dfen balkonartigen Au\u00dfenbereich, von dem aus man einen sch\u00f6nen Ausblick hatte. Clara spielte derweil &#8222;schnapp dich&#8220; (das sagt sie jetzt mittlerweile auch). Weiter ging es durch eine kleine Kirche und die Waffenkammer nach drau\u00dfen und wieder runter. Den Weg nach unten ging Clara dann komplett zu Fu\u00df. Respekt f\u00fcr die kleine Dame. Wir picknickten dann noch unsere Cream Teas auf der Wiese, als es pl\u00f6tzlich zu tr\u00f6pfeln anfing. Es war eigentlich den ganzen Tag sch\u00f6n, aber irgendwie hatte es sich zugezogen. Und wir wollten doch langsam zur\u00fcck, dazu mussten wir aber wieder mit dem Boot fahren (der Fu\u00dfweg zum Festland sollte sich erst gegen 20 Uhr \u00f6ffnen, dann w\u00e4re das Wasser weit genug abgeebbt) und es standen schon seit Stunden lange Schlangen an den Booten an. Z\u00f6gernd beschlossen wir uns doch anzustellen, da die Schlangen einfach nicht k\u00fcrzer wurden und wir auch noch kochen mussten. Letztlich war aber auch das eine Fehlentscheidung und passte somit zu den letzten beiden Tagen.<\/p>\n<p class=\"western\">Es h\u00f6rte zwar zuerst immer wieder auf zu regnen, aber irgendwann wurden die Pausen k\u00fcrzer und Benny schickte Mirjam und Clara zur\u00fcck in einen Unterstand. Benny stand dann weiterhin in der Schlange, zwar mit Regenjacke aber die hat keine M\u00fctze. Irgendwann prasste es so stark, dass er die Schlange verlie\u00df und zu Mirjam und Clara zur\u00fcck ging. Das Risiko krank zu werden war ihm zu hoch zumal der Wind ganz sch\u00f6n blies. Man muss aber dazu sagen, dass nur noch ein paar Leute hinter uns waren \u2013 wir waren quasi eh das Ende der Schlange und es war egal wo man stand. Benny war jetzt aber doch ziemlich w\u00fctend weil er jetzt doch ziemlich na\u00df war und fror. Und das so unn\u00f6tig, weil die Schlange ja gerade zu Ende war, als wir uns anstellten \u2013 war ja klar. Es dauerte dann insgesamt noch mal eine Stunde, bis wir endlich auf dem Boot waren. Heute war nicht unser Tag. Daf\u00fcr war der Weg zur\u00fcck zum Camper jetzt k\u00fcrzer, denn die Boote legten an einer anderen Stelle an und wir konnten direkt \u00fcber den Strand zur\u00fcck, denn mittlerweile war das Meer schon stark zur\u00fcckgegangen. Clara spielte noch ein bisschen im Schlick und war gl\u00fccklich. Zur\u00fcck am Camper gab es erst mal was ordentliches zu Essen (Spaghetti mit Pesto \u2013 was sonst geht noch schneller zuzubereiten?), da kamen noch zwei Sahneh\u00e4ubchen oben drauf. Erst krachte aus dem Salzstreuer (der gro\u00dfe gelbe) der Boden raus und ergoss seinen Inhalt im ganzen Camper, dann kackte eine M\u00f6we im Flug auf einen unserer St\u00fchle. Wie schon erw\u00e4hnt, es war nicht unser Tag. Wir fragten uns langsam was wir verbrochen hatten \u2013 aber so viel schei\u00dfe an einem Tag machte irgendwann immun, so dass man nichts mehr sp\u00fcrte. Nichtsdestotrotz wollten wir dann doch mal diesen Fu\u00dfweg, der vorher unter Wasser war, r\u00fcber zur &#8222;Insel&#8220; laufen und so wanderten wir nach dem Essen mit Clara dann noch mal zu der Insel hin\u00fcber und erfreuten uns an einem sch\u00f6nen Sonnenuntergang (der Regen hatte aufgeh\u00f6rt als wir im Boot waren). Wir schauten uns noch die Schiffe im kleinen Hafen an, die durch die Ebbe jetzt auf dem Meeresboden lagen und wanderten dann zur\u00fcck. Einen kurzen Abstecher machten wir noch auf den nahen Spielplatz, doch dann war wirklich Zeit f\u00fcrs Bett.<\/p>\n<p class=\"western\">Da wir jetzt am n\u00e4chsten Tag doch noch endlich auf die Polizeiwache wollten, fuhren wir schon mal in diese Richtung und Clara schlief totm\u00fcde dann auch schnell ein. Wir parkten an einer wenig befahrenen Stra\u00dfe neben der Universit\u00e4t von Camborne, dem Ort mit der Polizeiwache. Die Eltern bloggten noch ein wenig und gingen dann ebenso m\u00fcde ins Bett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten ja schon bef\u00fcrchtet, dass die benachbarten Ziegen oder H\u00fchner uns in aller Fr\u00fch wecken w\u00fcrden, aber sie waren sehr leise und so konnten wir bis halb neun Uhr schlafen. 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