{"id":1596,"date":"2018-08-26T13:30:13","date_gmt":"2018-08-26T11:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/mirjam-benny.de\/?p=1596"},"modified":"2021-06-23T09:55:31","modified_gmt":"2021-06-23T07:55:31","slug":"14-08-18-fahrradfahren-an-der-loire","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mirjam-benny.de\/?p=1596","title":{"rendered":"14.08.18 &#8211; Fahrradfahren an der Loire"},"content":{"rendered":"<p>Wir erwachten ziemlich erholt gegen halb 9 Uhr. Benny setzte sein gestern geschlossenes Vorhaben in die Tat um und fuhr mit dem Rad zum B\u00e4cker. Derweil deckten Miri und Clara den Tisch. Noch gar nicht ganz fertig kam er schon wieder zur\u00fcck \u2013 mit einer T\u00fcte frischer Croissants und einem kohlrabenschwarzen Baguette, das erstaunlicherweise sogar von Clara f\u00fcr lecker befunden wurde. Das Auge ist wohl doch nicht immer NUR mit. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck ging es ans Aufr\u00e4umen und Saubermachen, das sich alles ein bisschen hinzog. Clara war irgendwann ein wenig quengelig, ihr war die Nacht wohl doch zu kurz gewesen. Wir wollten heute eine Radtour machen, also beeilten wir uns die R\u00e4der abzuladen und den Anh\u00e4nger aufzubauen. Es war dann aber doch schon 12 Uhr, als wir endlich losfuhren. Kurz nach dem Start fiel Benny auf, dass er alle Reifen aufgepumpt hatte \u2013 au\u00dfer die vom Anh\u00e4nger. Und die waren ziemlich platt. Plan A war eine Tankstelle aufzusuchen, aber stattdessen trafen wir kurzdrauf drei B\u00f6blinger, die uns behilflich waren. Ihre Luftpumpe passte zwar nicht, aber ihr Campingplatz war ganz in der N\u00e4he und dort hatten sie einen Kompressor. Dieser funktionierte jedoch auch nicht, aber ein benachbarter Camper konnte dann helfen, der hatte eine immer funktionierende mechanische Fu\u00dfpumpe dabei und so konnten wir dann nach kurzer Zeit mit aufgepumpten Reifen endlich richtig losfahren. F\u00fcr Clara war es h\u00f6chste Zeit f\u00fcr ein bisschen Schlaf. Wir machten einige Kilometer flussabw\u00e4rts durch das erstaunlich ausgestorbene aber sehr sch\u00f6ne Loire-Delta. Clara wachte nach einer guten halben Stunde wieder auf, aber wir fuhren noch ein St\u00fcck Richtung Chateauneuf, da wir dort eine M\u00f6glichkeit zum Mittagessen vermuteten. Dort trafen wir unsere B\u00f6blinger Helfer wieder, die das gleiche im Sinn hatten. Wir entscheiden uns allerdings f\u00fcr einen D\u00f6nerteller mit Bulgur, Salat, Pommes und Fleisch, sie hatten ein anderes Restaurant gew\u00e4hlt, so dass unsere Wege sich trennten. Clara hatte beim Essen noch ein leicht traumatisches Erlebnis, als sie die Pommes aus Versehen nicht nur in den Ketchup tunkte, sondern auch in die auf dem Tellerchen benachbarte scharfe Chili-So\u00dfe, war sie kurzzeitig sehr unbegeistert. Leider gab der Ort sonst nicht viel her, das namensgebende Schloss war vor \u00fcber 200 Jahren abgerissen worden und es gab nur noch einen Park, der uns aber auch nicht so anzog. Stattdessen gingen wir deshalb lieber in die gegen\u00fcberliegende Kirche, wo ein bisschen klassische Musik aus der Konserve zu h\u00f6ren war. Clara hat sich mit Papa auf ein Sofa in der Kirche gesetzt und wollte von ihm die dort liegenden B\u00fccher vorgelesen bekommen. Miri musste drau\u00dfen auf die R\u00e4der aufpassen. Clara hat sich die buntesten B\u00fccher ausgesucht und wollte eine ganze Weile nicht weg. Miri gab langsam Zeichen, dass sie keinen Bock mehr hat zu warten und so bewegte Papa Clara dazu zu gehen. Es war auch wirklich mal Zeit geworden. Drau\u00dfen tobte Clara dann noch \u00fcber den Vorplatz herum und wir gaben uns alle M\u00fche ihren Bewegungsdrang zu befriedigen (spielten Nachlauf unter vor der Kirche), aber hier gab es wirklich wenig M\u00f6glichkeiten. Wir \u00fcberredeten sie irgendwann dazu, sich wieder in den Anh\u00e4nger zu setzen, denn auf dem Hinweg hatten wir einen Spielplatz passiert, den wir ansteuern wollten (dort rasteten die B\u00f6blinger zuerst). Dieser bot ein paar Wipptiere, eine etwas lahme Rutsche und viel Sand. Clara machte das beste draus. Benny war endlich mal wieder hoch im Kurs und stark gefordert. Er musste mit ihr wippen, rutschen, im Sand spielen und mit ihr an der Hand rumlaufen. Es machte ihm aber wirklich Spa\u00df. Nach langer Zeit, konnte er sich mal wieder richtig seiner Tochter widmen. Keine Arbeit, kein Bau, kein Stress nur seine Familie. Wir beobachteten noch zwei Gendarme, die offensichtlich eine Auszeit genossen und mit nackten F\u00fc\u00dfen von der Loire zur\u00fcck zu ihrem Polizeiauto stapften, wo sie sich diese abtrockneten und gut gelaunt wegfuhren. Gegen 17 Uhr fuhren wir dann wieder los und auf direktem Weg zum Stellplatz. Insgesamt hatten wir heute 37,66 km auf unseren Zweir\u00e4dern zur\u00fcckgelgt. Unsere Popos freuten sich auf eine Pause vom Fahrradsattel. Wir hatten neue Nachbarn bekommen, die uns ziemlich eingeparkt hatten (was nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re), aber sie wollten dann immerhin wissen, ob das so OK w\u00e4re. Wir stotterten uns was zusammen (unsser Franz\u00f6sisch ist immer noch ziemlich eingerostet) und versuchten ihnen mitzuteilen, dass wir nach dem Abendessen wegfahren w\u00fcrden und es uns somit egal sei. Leider fiel uns sehr lange noch nicht mal das Wort f\u00fcr &#8222;heute&#8220; ein. Peinlich, peinlich. Wir r\u00e4umten noch auf, brachten M\u00fcll weg etc. und irgendwie war es dann doch schon wieder super sp\u00e4t, bis wir aufbrachen. Wir wollten noch ein gutes St\u00fcck flussabw\u00e4rts an der Loire vorbeifahren, um dem Meer deutlich n\u00e4her zu kommen. Gegen halb 10 schlief Clara dann und Miri kam endlich mal zum bloggen. Wir steuerten einen Stellplatz an, der keinerlei Infrastruktur hatte und hofften dort ein bisschen Ruhe und Einsamkeit zu finden \u2013 und so war es auch. Mitten in den Weinbergen, auf weichem Gras und in v\u00f6lliger Dunkelheit kamen wir nach 23 Uhr nach guten 200 km auf dem Stellplatz in Benais in der gleichen Region an. Wir putzten noch die Z\u00e4hne unter der Milchstra\u00dfe und legten uns dann mit Clara zusammen zu einer erholsamen Nacht schlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir erwachten ziemlich erholt gegen halb 9 Uhr. Benny setzte sein gestern geschlossenes Vorhaben in die Tat um und fuhr mit dem Rad zum B\u00e4cker. Derweil deckten Miri und Clara den Tisch. 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