{"id":1614,"date":"2018-08-26T16:01:33","date_gmt":"2018-08-26T14:01:33","guid":{"rendered":"https:\/\/mirjam-benny.de\/?p=1614"},"modified":"2021-06-23T09:55:30","modified_gmt":"2021-06-23T07:55:30","slug":"21-08-2018-an-der-loire-in-der-naehe-von-orleans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mirjam-benny.de\/?p=1614","title":{"rendered":"21.08.2018 Schifffahrt auf der Loire in der N\u00e4he von Orl\u00e9ans"},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten auch diesmal wieder einen netten Stellplatz erreicht, neben einem kleinen Bach der durch einen Park f\u00fchrte. Diesen teilten wir uns mit einigen anderen (ca. 5-6) Wohnmobilen, allesamt Franzosen. Als wir um kurz nach 9 Uhr erwachten (irgendwie schaffen wir es nicht mehr fr\u00fcher aufzustehen, auch wenn wir gestern relativ zeitig ins Bett sind), bemerkte Miri in der Leistengegend einen Haufen unangenehm juckender Stiche. Es waren bestimmt mindestens 30 St\u00fcck. Diesmal verschaffte auch der Hitzestift (aka &#8222;Brutzler&#8220;) keine Linderung. Irgendwas war da seltsam. Zuerst dachten wir an einen Floh, aber es war seltsam, dass die Stiche sich nur in der Leiste befanden. Ein kurzes Googlen ergab &#8222;Herbstmilben&#8220;, diese sitzen im Gras und bevorzugen warme, feuchte Stellen mit d\u00fcnner Haut um sich dort festzubei\u00dfen. Sie waren zum Gl\u00fcck ungef\u00e4hrlich aber auch \u00e4u\u00dferst unangenehm. Au\u00dferdem bemerkte man sie erst, wenn es zu sp\u00e4t war. Man konnte also nicht mehr viel machen, au\u00dfer Juckreiz lindern. Zum Gl\u00fcck war dieser nicht so abartig, dass es nicht aushaltbar war. Benny fuhr mit dem Rad in die B\u00e4ckerei und kaufte unser morgendliches Wie-Gott-in-Frankreich-Fr\u00fchst\u00fcck (Croissants und Baguette), w\u00e4hrend Miri und Clara noch einen kurzen Spaziergang \u00fcber den Platz machten. Dabei erz\u00e4hlte eine nette Franz\u00f6sin auch was von einem nahen Spielplatz. Aber dann hie\u00df es erst mal Tisch decken und fr\u00fchst\u00fccken. Mittlerweile war es wieder deutlich w\u00e4rmer als in der Bretagne und man war froh \u00fcber einen Schattenplatz. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck gingen Benny und Clara Ballspielen (der neue Kompressor, den Benny schon 2 Jahre im Camper spazieren fuhr, hatte f\u00fcr den platten Ball seinen ersten Einsatz und bew\u00e4hrte sich). Sie machten dabei auch noch Bekanntschaft mit einem franz\u00f6sischen M\u00e4dchen und seiner Oma, die eine zeitlang mitspielten. Miri schrieb derweil die Postkarten f\u00fcr die Daheimgebliebenen. Clara half irgendwann noch mit (sie klebte die Briefmarken auf) und Benny sp\u00fclte derweil. Danach gingen Clara und Miri noch zum Spielplatz und Benny bloggte. Der Spielplatz war etwas weiter weg als gedacht und er war ernsthaft so mau, dass Clara direkt wieder weg wollte. Stattdessen beobachteten sie dann noch einen Mann mit einem elektrischen Rasentrimmer und spazierten \u00fcber ein paar Br\u00fccken, die \u00fcber den kleinen Bach f\u00fchrten. Als sie zur\u00fcckkamen, machten wir uns dann auch mal so langsam auf den Weg Richtung Orl\u00e9ans. Heute wollten wir noch eine Bootstour auf der Loire machen. Es war schon kurz nach 13 Uhr und Clara war \u2013 trotz des langen Schlafens &#8211; auch schon wieder m\u00fcde und schlief ziemlich schnell ein. Wir kurvten ein bisschen in Orl\u00e9ans herum, aber da auch die Internetrecherche nichts mit Booten ergeben hatten, kamen wir noch auf die glorreiche Idee, in der Tourist Information anzurufen und uns \u00fcber Angebote (und wo die abfuhren) zu erkundigen. Dort wurde uns gesagt, dass diese 2 Tage im Voraus gebucht werden m\u00fcssten und am heutigen Tag nichts mehr frei war. Uns wurde aber auch noch gesagt, dass in Combleux auch Bootstouren angeboten w\u00fcrden, sie konnte aber nicht sagen, ob am heutigen Tage etwas w\u00e4re. Wir fuhren auf gut Gl\u00fcck hin. Clara schlief immer noch als wir ankamen, also ging Benny zu Fu\u00df Richtung Hafen. Er fand dort eine Bar und es wurde ihm ein Flyer ausgeh\u00e4ndigt. Er rief dort an und der Typ sagte ihm, dass er erst noch mit seinem Kumpel reden m\u00fcsste und ihn dann zur\u00fcckrufen w\u00fcrde. Das tat er auch kurz darauf und wir verabredeten uns f\u00fcr halb sechs abends f\u00fcr eine private Bootstour. Wir hatten also noch ein bisschen Zeit (ca. 3h) totzuschlagen. Clara machten wir dann nach einer guten Stunde mal langsam wach und sie war dann auch ziemlich schnell f\u00fcr eine Zwischenmahlzeit zu begeistern. Wir hatten noch bretonische (leider eingeschweiste) Crepes, Bananen und Joghurt. Wir fuhren danach erst mal zu einer Apotheke, damit Miri was gegen den Juckreiz besorgen konnte. Die waren aber irgendwie unf\u00e4hig und hatten nichts Fenistil-artiges da, sondern nur eine Cortisoncreme. Aus Mangel an Alternativen nahm Miri die Creme mit, aber leider half die gar nicht. Danach ging es erst mal auf den Spielplatz gegen\u00fcber unseres vorherigen Parkplatzes, den wir noch mal ansteuerten. Dieser sorgte f\u00fcr mehr Begeisterung als der am Morgen, er hatte eine gute Rutsche mit einem Kletterger\u00fcst. Hier kletterte Clara das erste Mal ganz alleine an einer Seilwand nach oben. Oben gab es dann noch ein Steuerrad, das sich sehr gut und lange drehen lie\u00df. Hiermit hatte sie viel Spa\u00df. Die Eltern hielten sich bevorzugt im Schatten auf, denn es war schon wieder ganz sch\u00f6n hei\u00df. Wir vermissten die Bretagne. Irgendwann wollten wir dann mal ein St\u00fcckchen weiter Richtung Wasser und uns dort umgucken, da gab es schon das n\u00e4chste interressante Hindernis f\u00fcr Clara. Eine \u00e4ltere Dame mit einem kleinen M\u00e4dchen, die da am Stra\u00dfenrand sa\u00dfen. Clara war wie gesagt sehr interessiert und so ergab sich ein kurzes Gespr\u00e4ch zwischen Mirjam und der Frau, allerdings hing Clara trotz Interesse sehr sch\u00fcchtern an Miris Bein und wollte auch nicht hingehen. Also verabschiedeten wir uns, was 10 Meter weiter f\u00fcr sehr viel Unmut sorgte. Clara wollte jetzt also doch gerne Hallo sagen. Na gut, wir hatten ja sonst nicht viel vor, also gingen Mirjam und Clara noch mal zur\u00fcck, Benny wollte lieber etwas weiter in den Schatten. Dieses Mal blieben wir dann l\u00e4nger bei der Frau und dem M\u00e4dchen namens L\u00e9a. Wenn Miri es richtig verstanden hatte, war die Frau eine Tagesmutter und L\u00e9a war anderthalb. Aber es war wirklich eine Qual franz\u00f6sisch zu sprechen. Das Verst\u00e4ndnis war relativ unproblematisch, aber die einfachsten W\u00f6rter fielen ihr nicht mehr ein. Na ja, die Frau war wirklich nett und so ging es einigerma\u00dfen. Clara war aber schon ziemlich irritiert davon dass sie nichts verstand, das merkte man ihr an. Wir waren dann jedenfalls noch dort bis das M\u00e4dchen abgeholt wurde, Benny kam auch noch mal dazu, da ihm zu langweilig geworden war. Dann gingen wir auch so langsam Richtung Hafen. Nach kurzer Wartezeit trafen wir dort unsere zwei Bootsf\u00fchrer. Diese hatten das historische Boot zusammen mit ein paar anderen selbst gebaut. Einer war der Steuermann, der andere unser Reisef\u00fchrer, der ausgesprochen gut Englisch konnte (f\u00fcr einen Franzosen), auch ein paar Worte deutsch konnte er. Au\u00dferdem war noch ein netter Hund mit an Bord, der Clara trotzdem irgendwie Angst machte. Im Gegensatz zu England hat sie wesentlich mehr Respekt vor Hunden, was aber vielleicht ganz gut ist. Die Fahrt an sich war relativ unspektakul\u00e4r aber sch\u00f6n Die Loire f\u00fchrt im Moment auch nur wenig Wasser (die beiden mussten teilweise das Boot ziemlich man\u00f6vrieren, um nicht auf Grund zu laufen), im Winter ist der Wasserstand teilweise drei Meter h\u00f6her als jetzt, aber wir bekamen ein paar Wasserv\u00f6gel gezeigt und erz\u00e4hlt, dass in den tieferen Bereichen (bis zu 5 Meter tief) auch riesige Welse leben (glaube er hat erz\u00e4hlt, dass er einen 70 kg Wels gefangen hat -&gt; Bild auf Facebook). Au\u00dferdem zeigte uns unser F\u00fchrer noch zwei M\u00fchlsteine von einem gesunkenen M\u00fchlschiff, die fr\u00fcher auf der Loire fuhren. Clara war irgendwie nicht so gut drauf, vielleicht auch weil sie wieder nichts verstand, jedenfalls war es ganz gut f\u00fcr sie, als die Tour zu Ende war. Auch danach h\u00e4uften sich seltsame Situationen, z.B. als ein Auto kam und sie Miri auf die Stra\u00dfe ziehen wollte statt zur Seite zu gehen. So kannten wir sie nicht. Vermutlich hatte sie auch Hunger, aber unser Plan in das Restaurant direkt am Hafen zu gehen, ging leider nicht auf, da es erst eine Dreiviertelstunde sp\u00e4ter aufmachte. Wir hatten aber noch von einem guten Italiener in der N\u00e4he gelesen, also wollten wir den ansteuern. Aber auch hier war es schwierig mit Clara zur\u00fcck zum Camper zu kommen, sie war wie gesagt ziemlich schr\u00e4g drauf. Irgendwann sa\u00dfen wir dann aber wieder im Bus und brachten die 10 Minuten Fahrt hinter uns. Im Restaurant angekommen, merkten wir auch, dass diese gut auf Kinder eingestellt waren, Clara bekam eine eigene Karte und es gab direkt ein paar Crostinis und Brot. Auch das eigentliche Essen lie\u00df nicht lange auf sich warten (Benny: Pizza mit Schinken, Ei, Creme fraiche und Tomatenso\u00dfe, Miri: Pizza mit Rucola, Cocktailtomaten, Schinken und B\u00fcffelmozzarella, Clara: Nudeln mit Bologneseso\u00dfe) und war lecker. Danach konnte sich Clara auch noch einen (gr\u00fcnen) Luftballon aussuchen und wanderte dann ein bisschen herum. Zwischenzeitlich fand sie noch ein St\u00fcck Folie auf dem Boden, da wir gerade noch einen Anruf erhalten hatten, k\u00fcmmerte sich keiner so richtig darum, und pl\u00f6tzlich sah Miri nur noch, wie Clara die Folie ableckte (vermutlich in Erinnerung an die Briefmarken) und war ziemlich entsetzt, was dann bei Clara einen Heulkrampf ausl\u00f6ste. Sie ist eh ziemlich empfindlich, wenn man ihr sagt, dass irgendwas nicht in Ordnung ist und braucht dann einigen Trost. Heute war es aber besonders schlimm. Irgendwann ging es wieder und wir konnten bezahlen und gehen. Die Weiterfahrt war dann leider auch schwierig, da Clara partout nicht schlafen wollte, aber durchaus m\u00fcde wirkte. Heute war irgendwas komisch. Gegen 22 Uhr hatte sie es dann geschafft und wir fuhren unseren n\u00e4chsten Stellplatz in der N\u00e4he von Troyes an (nahe dem Lac d&#8217;Orient, an dem wir bei der Herfahrt schon gehalten hatten). Diesmal aber eher in der N\u00e4he eines Supermarktes, denn wir wollten am n\u00e4chsten Morgen erst mal einkaufen gehen. Wir waren also nach gut 200 km wieder zur\u00fcck an der angrenzenden Region Grand Est zu Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten auch diesmal wieder einen netten Stellplatz erreicht, neben einem kleinen Bach der durch einen Park f\u00fchrte. Diesen teilten wir uns mit einigen anderen (ca. 5-6) Wohnmobilen, allesamt Franzosen. 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